Du willst die Epochen der deutschen Literatur endlich sicher auseinanderhalten? In diesem Quiz testest du dein Wissen von Barock bis zur Nachkriegszeit. Direkt darunter findest du den kompletten Überblick über Autoren, Werke und Merkmale, mit dem du dich gezielt auf Klausur und Abitur vorbereitest.
Wie gut kennst du die Epochen der deutschen Literatur von Barock bis zur Nachkriegszeit? Teste dein Wissen über Autoren, Werke und typische Merkmale und bereite dich gezielt aufs Abitur vor.
Warum sich der Blick auf die Epochen lohnt
Literaturepochen fassen Werke zusammen, die ein ähnliches Weltbild, vergleichbare Themen und typische Formen teilen. Sie helfen dir, Autoren und Texte einzuordnen und Zusammenhänge zu erkennen, statt einzelne Werke isoliert zu lernen. Für Klausuren und das Abitur ist genau dieses Einordnen zentral, denn oft sollst du einen Text einer Epoche zuweisen und deine Wahl begründen. Wichtig ist dabei: Die Jahreszahlen sind Näherungswerte, und die Epochen gehen fließend ineinander über. Manche laufen sogar parallel, etwa Aufklärung, Empfindsamkeit und Sturm und Drang im 18. Jahrhundert.
Barock und Aufklärung: Vergänglichkeit und Vernunft
Das Barock (etwa 1600 bis 1720) steht im Schatten des Dreißigjährigen Krieges. Angesichts von Tod und Zerstörung kreisen die Texte um die Vergänglichkeit alles Irdischen. Drei Leitmotive prägen die Epoche: Vanitas erinnert an die Nichtigkeit des Lebens, Memento mori mahnt an den Tod, und Carpe diem fordert dazu auf, den Tag zu nutzen. Martin Opitz gab der Dichtung mit seinem Buch von der Deutschen Poeterey (1624) feste Regeln, Andreas Gryphius wurde mit seinen Sonetten berühmt.
Die Aufklärung (etwa 1720 bis 1785) stellt dann die Vernunft in den Mittelpunkt. Immanuel Kants Aufforderung Sapere aude, also Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, wurde zum Motto der Zeit. Gotthold Ephraim Lessing prägte das bürgerliche Trauerspiel und warb in Nathan der Weise mit der Ringparabel für Toleranz. Die Fabel diente als beliebte Gattung, um moralische Lehren zu vermitteln.
Sturm und Drang, Klassik und Romantik
Der Sturm und Drang (etwa 1765 bis 1785) rebelliert gegen die kühle Vernunft und feiert stattdessen Gefühl, Leidenschaft und das schöpferische Originalgenie. Der junge Goethe traf mit Die Leiden des jungen Werthers (1774) den Nerv einer ganzen Generation, Schiller schrieb mit Die Räuber (1781) ein glühendes Rebellendrama. In der Weimarer Klassik (etwa 1786 bis 1832) suchen Goethe und Schiller dann Maß und Harmonie nach antikem Vorbild. Ihr Humanitätsideal zielt auf einen ausgewogenen, sittlich gereiften Menschen, etwa in Goethes Iphigenie auf Tauris.
Fast gleichzeitig entfaltet sich die Romantik (etwa 1795 bis 1848). Ihr berühmtestes Symbol ist die blaue Blume aus Novalis Roman Heinrich von Ofterdingen, die für unendliche Sehnsucht steht. Die Romantiker interessieren sich für das Volkslied und das Märchen, für Traum, Nacht und das Unheimliche. Joseph von Eichendorff, E.T.A. Hoffmann und die Brüder Grimm gehören zu den wichtigsten Namen.
Realismus und Naturalismus: Der Blick auf die Wirklichkeit
Zwischen Romantik und Realismus stehen Biedermeier und Vormärz. Während sich das Biedermeier ins Private zurückzieht, fordert der politische Vormärz mit Autoren wie Heinrich Heine und Georg Büchner gesellschaftliche Freiheit. Der poetische Realismus (etwa 1848 bis 1890) schildert die Welt genau, verklärt sie aber leicht ins Versöhnliche. Theodor Fontane gelang mit Effi Briest ein Hauptwerk der Epoche, auch Theodor Storm und Gottfried Keller zählen dazu.
Der Naturalismus (etwa 1880 bis 1900) geht noch einen Schritt weiter und will die Wirklichkeit ungeschönt abbilden. Nach der Milieutheorie bestimmen Herkunft und Umwelt den Menschen. Der Sekundenstil bildet Vorgänge sekundengenau ab. Gerhart Hauptmann zeigte in Die Weber (1892) das Elend der Arbeiter, Arno Holz formulierte die Kunsttheorie der Bewegung.
Die Moderne: Expressionismus bis Nachkriegszeit
Um 1900 zerfällt das geschlossene Weltbild. Der Expressionismus (etwa 1905 bis 1925) reagiert mit drastischen Bildern auf Großstadt, technischen Fortschritt und die Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Jakob van Hoddis eröffnete mit dem Gedicht Weltende (1911) die neue Lyrik, auch Georg Trakl und Gottfried Benn prägen die Epoche. In der Weimarer Republik strebt die Neue Sachlichkeit dann eine nüchterne Darstellung an, und Bertolt Brecht entwickelt das epische Theater mit seinem Verfremdungseffekt.
Nach 1933 verstummt vieles im Inland: Zahlreiche Autoren gehen in die Exilliteratur, andere in die innere Emigration. Unmittelbar nach 1945 sucht die Trümmerliteratur einen sprachlichen Neuanfang und schreibt einfach und ehrlich über Krieg und Schuld. Wolfgang Borchert (Draußen vor der Tür) und die Gruppe 47 stehen für diesen Aufbruch. So spannt sich ein Bogen von den strengen Formen des Barock bis zur kargen Sprache der Nachkriegszeit.