Sobald eine Tabelle länger wird, willst du nur selten die Summe über wirklich alles wissen. Viel öfter geht es um einen Ausschnitt: den Umsatz einer einzigen Kategorie, die Zahlen aus einem bestimmten Monat oder die Beträge der bereits bezahlten Rechnungen. Genau dafür sind SUMMEWENN und der größere Bruder SUMMEWENNS gemacht. Beide addieren ausschließlich die Zeilen, die deine Bedingung erfüllen, und nehmen dir das Filtern oder Vorsortieren von Hand komplett ab.
=SUMMEWENN(Bereich;Suchkriterien;[Summe_Bereich]) addiert nach einer Bedingung, =SUMMEWENNS(Summe_Bereich;KritBereich1;Kriterium1;…) nach mehreren.Sofort die Zahl, die zählt, etwa den Umsatz nur einer Kategorie, nur für Januar oder nur für bezahlte Rechnungen.
So funktioniert SUMMEWENN
Die Funktion erwartet bis zu drei Angaben: =SUMMEWENN(Bereich; Suchkriterien; [Summe_Bereich]). Der Bereich ist die Spalte, in der Excel nach deiner Bedingung sucht. Die Suchkriterien sind diese Bedingung selbst, also ein Text wie "Bücher", eine Zahl oder ein Vergleich wie ">100". Der Summe_Bereich in eckigen Klammern ist freiwillig und sagt, welche Spalte am Ende tatsächlich addiert wird.
Und genau hier liegt der häufigste Stolperstein. Lässt du den dritten Bereich weg, summiert Excel die Werte aus dem ersten Bereich selbst. Gibst du ihn an, holt sich Excel die Zahlen aus der anderen Spalte, richtet sie aber zeilenweise am ersten Bereich aus. Beide Bereiche müssen deshalb gleich groß sein und an derselben Zeile beginnen. Schreibst du C2:C50 als Suchbereich, aber E2:E60 als Summenbereich, gerät die Zuordnung durcheinander und das Ergebnis stimmt nicht mehr, ohne dass eine Fehlermeldung erscheint.
Vergleichsoperatoren gehören immer in Anführungszeichen. ">100", "<=50" oder "<>0" sind gültige Kriterien, während eine nackte Zahl wie 100 als exakter Treffer verstanden wird. Soll das Kriterium nicht fest in der Formel stehen, sondern aus einer Zelle kommen, schreibst du einfach den Zellbezug an die zweite Stelle. Steht in H2 der gesuchte Kategoriename, reicht =SUMMEWENN(C:C;H2;E:E), und sobald du H2 änderst, etwa über ein Dropdown, rechnet die Formel von selbst neu. Bei Vergleichen kombinierst du Operator und Bezug mit dem kaufmännischen Und, also zum Beispiel ">"&H2 für alle Werte oberhalb des Inhalts von H2.
Beispiel mit echten Zahlen
Damit Bereich, Kriterium und Summenbereich greifbar werden, hilft eine kleine Beispieltabelle. In Spalte A steht das Datum, in B der Monat, in C die Kategorie, in D der Status und in E der Umsatz.
| A | B | C | D | E | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Datum | Monat | Kategorie | Status | Umsatz |
| 2 | 03.01.2025 | Jan | Bücher | bezahlt | 120 |
| 3 | 05.01.2025 | Jan | Spiele | bezahlt | 80 |
| 4 | 12.01.2025 | Jan | Bücher | offen | 125 |
| 5 | 28.02.2025 | Feb | Bücher | bezahlt | 90 |
| 6 | 03.02.2025 | Feb | Hefte | bezahlt | 35 |
| 7 | 07.01.2025 | Jan | Spiele | offen | 60 |
=SUMMEWENN(C:C;"Bücher";E:E)Ergebnis: 335Excel sucht in Spalte C nach „Bücher“ und addiert die passenden Umsätze aus Spalte E, also 120, 125 und 90. Such- und Summenbereich sind hier zwei verschiedene Spalten.
=SUMMEWENN(E:E;">100")Ergebnis: 245Hier fehlt der dritte Bereich, deshalb summiert Excel die Spalte E selbst, und zwar nur die Werte über 100. Das sind 120 und 125.
=SUMMEWENN(C:C;H2;E:E)Ergebnis: 335Steht in H2 das Wort „Bücher“, kommt dasselbe Ergebnis heraus wie in Schritt 1. Tippst du etwas anderes in H2, passt sich die Summe sofort an, ideal für Dropdowns.
=SUMMEWENNS(E:E;C:C;"Bücher";B:B;"Jan")Ergebnis: 245Zwei Bedingungen auf einmal: nur „Bücher“ in C und nur „Jan“ in B. Übrig bleiben die Zeilen 2 und 4 mit 120 und 125. Beachte, dass der Summenbereich jetzt ganz vorne steht.
=SUMMEWENNS(E:E;D:D;"bezahlt";E:E;">50")Ergebnis: 290Dieselbe Spalte darf gleichzeitig Kriteriums- und Summenbereich sein. Gezählt werden bezahlte Umsätze über 50, also 120, 80 und 90. Die 35 fällt durch das Raster.
=SUMMEWENN(C:C;"Büch*";E:E)Ergebnis: 335Der Stern steht für beliebig viele Zeichen. "Büch*" trifft jede Kategorie, die mit „Büch“ beginnt, hier also „Bücher“. Achte auf den Umlaut: "Buch*" mit schlichtem u würde nichts finden.
C:C und E:E oder mit einer formatierten Tabelle, denn dann verrutscht auch bei neuen Zeilen nichts.Platzhalter, dynamische Kriterien und typische Fehler
Für unscharfe Suchen kennt SUMMEWENN zwei Platzhalter. Der Stern * steht für beliebig viele Zeichen, das Fragezeichen ? für genau eines. "*er" findet alles, was auf „er“ endet, und "?efte" trifft „Hefte“, weil vorne genau ein beliebiges Zeichen erlaubt ist. Willst du einmal ein echtes Sternchen oder Fragezeichen suchen, also das Zeichen selbst und nicht seine Platzhalter-Bedeutung, stellst du eine Tilde davor: "~*" sucht den Stern wörtlich.
Die meisten Fehler haben mit Kleinigkeiten zu tun. Vergisst du die Anführungszeichen um einen Operator, versteht Excel >100 nicht und meldet einen Fehler. Stehen Zahlen versehentlich als Text in der Tabelle, etwa mit einem unsichtbaren Leerzeichen am Ende, wird die Zeile schlicht nicht mitgezählt. Und wenn Such- und Summenbereich unterschiedlich groß sind, liefert SUMMEWENNS in neueren Excel-Versionen einen #WERT!-Fehler, während die ältere Variante still ein falsches Ergebnis ausgibt. Ein kurzer Blick auf die Größe beider Bereiche erspart hier viel Sucherei.
SUMMEWENN, SUMMEWENNS oder doch etwas anderes?
Die Wahl ist eigentlich einfach. Brauchst du nur eine Bedingung, ist SUMMEWENN die kürzere und besser lesbare Variante. Sobald zwei oder mehr Kriterien zusammenkommen, etwa Kategorie und Monat oder Status und Betrag, führt kein Weg an SUMMEWENNS vorbei. Praktisch ist, dass SUMMEWENNS auch mit einer einzigen Bedingung zurechtkommt. Wenn du also magst, kannst du dir die Mehrzahl-Variante angewöhnen und SUMMEWENN ganz weglassen.
Geht es nicht ums Addieren, sondern um den Durchschnitt einer Gruppe, ist MITTELWERTWENN und MITTELWERTWENNS der passende Zwilling, der nach genau derselben Logik arbeitet. Willst du nur wissen, wie viele Zeilen eine Bedingung erfüllen, übernimmt ZÄHLENWENN beziehungsweise ZÄHLENWENNS die Arbeit. Alle vier Funktionen teilen sich dieselbe Denkweise aus Bereich und Kriterium, sodass du sie nach dem ersten Mal fast blind kombinierst.
Was ist der Unterschied zwischen SUMMEWENN und SUMMEWENNS?
Warum stimmt mein Ergebnis nicht, obwohl keine Fehlermeldung kommt?
Wie summiere ich nach einem Datumsbereich?
Kann ich mit Platzhaltern wie * und ? suchen?
Auf den Punkt
SUMMEWENN addiert nach einer Bedingung, SUMMEWENNS nach mehreren. Behalte die umgekehrte Reihenfolge im Kopf, achte darauf, dass Such- und Summenbereich gleich groß sind, und setze Vergleichsoperatoren in Anführungszeichen. Dann liefern dir beide Funktionen zuverlässig genau die Summe, die du brauchst.
- Microsoft Support: Funktion SUMMEWENN
- Microsoft Support: Funktion SUMMEWENNS